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Antjes disziplinlose Wissenschaft von Mensch
In diesem Blog dokumentiere ich den Erkenntnisweg meiner langjährigen Forschung um das Phänomen charakteristisch menschlicher Verstand rekonstruktiv. Warum?
Als Anthropologin meine ich, Soziologie, Psychologie, Pädagogik, Wirtschafts- oder Politikwissenschaft, aber auch Humanmedizin, Sportwissenschaft und viele andere Fachdisziplinen sollten auf die eine dynamisch dem Stand der Wissenschaft angepasste Theorie von Mensch zurückgreifen können.
Als Mensch unter mehr als acht Milliarden anderen entgeht mir nicht, dass die inzwischen erkannte Anthropozänlage die Lebensbedingungen vieler Menschen weltweit zunehmend schnell verschlechtert.
Deshalb hoffe ich, Forschende aller Fachdisziplinen würden ihre wissenschaftskulturellen Differenzen durch gemeinsames Arbeiten an einem schonungslos ehrlichen Modell des einzigen staatenbildenden Primaten im Ökosystem Erde überwinden.
Obwohl die Komplexität der Sachlage keine sichere Schlussfolgerung darüber zulässt, hoffe ich, dass die
enorme mentale Spannweite, die unsere Spezies durch evolutionären Erfolg in die Notlage brachte, uns helfen wird, uns wieder daraus zu befreien. Je mehr realistisch Belastbares wir über menschlichen Verstand lernen, desto hilfreicher können wir ihn gemeinsam einsetzen – davon gehe ich optimistisch aus.
Historie dieses Blogs
Am 19. April 2018 eröffnete ich den Blog Johannas disziplinlose Wissenschaft.

In den schrieb ich kurze, anthropologisch disziplinlose Überlegungen. Das schlief bald wieder ein. Es brachte mich charakteristisch menschlichen Verstand betreffend kaum weiter.
Am 3. Mai 2023 beschloss ich, unsicher, wie es weitergehen sollte, eine Auszeit für Johanna. Um ein Gefühl dafür zu entwickeln, ob ich ihre Rolle noch kultivieren will. Und falls ja: mit welchem Profil? Mein Blog sah nun so aus:

Heute kommt der Blog unter meinem Klarnamen zurück. Hier auf’s Nötigste reduziert seine Historie zu dokumentieren hilft mir nicht zu vergessen, wie signifikant leichter ich als Johanna beginnen konnte so offen disziplinär ungebunden zu denken, wie ich es noch immer für nötig halte.
Die Briefe
2019: Ein Brief an Talcott Parsons (1902-1979)
Warum, lieber Talcott, hast du Kultur und Soziales getrennt?
Zu diesem Brief motivierte mich die (im Brief nicht behandelte) Frage, warum die Forschungsfelder Kulturwissenschaft und Makrosoziologie so weit auseinander liegen wie das durchschnittliche Ansehen von Kunst einerseits und Sozialhilfe andererseits in der Gesellschaft.
Die Methode, an mich anthropologisch interessierende Theoretiker Briefe zu formulieren, in denen ich mich intensiv mit einigen von deren Überlegungen befasse, verwende ich seit 2019. Damals schrieb ich für das Fach Religionswissenschaft zum Abschluss eines Seminars Funktion der Religion den Essay Ein Brief Talcott Parsons.[1] Im Brief erkläre ich mein Verständnis sowohl von Kulturen im Plural als auch des aus ökologisch-anthropologischer Sicht natürlich evolvierten Phänomens Kultur.
Über den Brief an Talcott Parsons
Zum Brief an Talcott Parsons als Text und als Audio
[1] Den Brief habe ich zur besseren Sprechbarkeit und allgemeinen Verständlichkeit gegenüber der als Studienarbeit eingereichten Version sehr vorsichtig überarbeitet ohne inhaltliche Aussagen zu ändern.
2024: Ein Brief an Carl Stumpf (1848 – 1936)
Warum, lieber Carl, erfinden wir Jemande?
Dem philosophisch und experimentell arbeitenden Psychologen und Musikwissenschaftler Carl Stumpf schrieb ich 2024 anlässlich der 11. Jahrestagung der Carl-Stumpf-Gesellschaft.[1] Im Formulieren dieses Briefs begriff ich a) mein anthropologisches trennscharf primäres Forschungsobjekt trennscharf als das natürlich evolvierte Phänomen charakteristisch menschlicher Verstand. Und b) wurde mir schlagartig klar, dass ich (im Fall unserer Spezies selbstverständlich anthropomorphes) animistisches Simulieren für den Kopierprozess kultureller Evolution halte. Erfinden wir in diesem Prozess virtuelle Instanzen? Eben: Jemande?
Erstaunt dich so sehr wie mich, dass Max Planck die erkenntnistheoretische Arbeit eines experimentell arbeitenden Psychologen so beeindruckte, dass er auf’s unbedingte Publizieren dieser Arbeit drängte? Und beeindrucken dich die philosophisch konsequenten, natur- wie geisteswissenschaftlich fundierten Überlegungen von Carl Stumpf – eines Lehrers von Edmund Husserl, von dem ich zuvor nie gehört hatte, ebenfalls?
Zum Brief an Carl Stumpf als Text und als Audio
[1] Die Mitglieder der CSG (zu denen seit Mai 2025 auch ich gehöre) arbeiten daran, Carl Stumpfs umfangreiches Werk zu erschlieβen.
2026: Ein Brief an den Psychotheoretiker Sigmund Freud (1856 – 1939)
Wie arbeiten Psyche und charakteristisch menschlicher Verstand zusammen?
Sigmund Freud entwickelte ein mit ökologischer Anthropologie voll kompatibles Standardmodell von Psyche in ihrer kulturellen Umwelt. Erstaunt dich so sehr wie mich, wie aufgeschlossen er sowohl dem Gendergedanken als auch natürlich produzierten chemischen Substanzen zur Milderung psychischen Leids war?
Obwohl Freud überwiegend philosophisch arbeitete, bezeichne ich ihn als Psychotheoretiker, weil er mehr wollte, als Thesen diskutieren. Sein populäres Funktionsmodell von Psyche aus drei sich im Zweifelsfall nicht einigen virtuellen Instanzen Es, Ich und Über-Ich entwarf er nachweislich auf Basis sowohl kultureller als auch biologischer Voraussetzungen.
Mit diesem Brief wagte ich ein neues Format: Um die Dynamik unserer Spezies im Ökosystem Erde besser verstehen zu lernen, möchte ich einen wesentlichen systemischen Zusammenhang von charakteristisch menschlichem Verstand und Psyche verstehen, den ich für gegeben halte. Um beide Phänomene in einem Fokus zu halten, nutzte ich meinen chronologisch vertikalen Abstand zu den Zeitgenossen Freud (1856 bis 1939) und Stumpf (1848 – 1936) und kann so historische Dynamik bis jetzt einfangen.
Über den Brief an Sigmund Freud
Zum Brief an Sigmund Freud als Text und als Audio